Deadlines, Kita-Bazillen und Perfektionismus

Tja, jetzt sitz ich wieder vorm Laptop und versuche in knapp 30
Minuten, die mir zur Verfügung stehen, gefühlt meine Welt zu
retten. Kennst du das? Da stehen auf der To Do Liste einfach
viel zu viele Themen und man denkst sich…ja klar locker schaff
ich das jetzt in 30 Minuten. Eigentlich total irrsinnig, es kann ja
am Schluss nur ein Gefühl von Enttäuschung, Frust und
schlechter Laune aufkommen. So ging es mir die ganze letzte
Woche. Es war einfach der Wurm drin. Der Plan war, meine
neue Homepage am 15.10.2019 fertig zu haben und voller Stolz
der Welt zu zeigen. Die wird auch wirklich richtig gut. Tolles
Layout, wunderschöne Bilder und ein neues Buchungstool, so
dass du in Zukunft deine Yogakurse und Yoga Specials gleich
online buchen kannst. Oh yes,…ich war top motiviert und meine
To Do Liste war genau eine DINA4 Seite und ich war mir absolut
sicher, dass ich das locker schaffe. Was dann schief ging? Ich
sag nur Kita-Bazillen!
Seit Anfang September geht meine kleine Tochter in die Krippe.
Gleich in der zweiten Woche hatte sie eine richtig fiese
Rotznase und war einfach nicht fit. Kaum war dies
ausgestanden ging es ausgerechnet letzte Woche (die ich zu
meiner Tschakka Power Woche erkoren hatte) wieder mit der
nächsten Erkältung los. Klar, dass dann die kranke Maus
Vorrang vor allem hat. Die Bazillen haben sich dann auch gleich
noch das nächste Opfer in unserer Familie ausgesucht, nämlich
meinen Mann. Ihn hat es auch so richtig heftig erwischt. Zum
Glück bin ich nicht krank geworden, dank Ingwer-Tee und
Goldener Milch (mehr dazu in meinem Blog). Und schon hatte
ich zwei arme kranke Hasen zu Hause und weniger Zeit für die
To Do Liste.
Jetzt hätte ich einfach schulterzuckend sagen müssen… That ́s
life! Dann wird es halt einfach ein paar Tage später mit der der
Homepage, aber nein… in meinem Kopf war da diese Deadline
15.10.19 und ich wollte diese unbedingt einhalten. Da saß
dieses kleine Teufelchen auf meiner Schulter, das in mein Ohr
geflüstert hat… „Du musst das jetzt aber irgendwie hinkriegen,
egal wie!“ Und meine gute Laune war dahin. Schon hab ich
mich wieder über mich selbst geärgert, warum ich kein
besseres Zeitmanagement habe und mein Perfektionismus (der
Fluch und Segen zugleich für mich ist) hat mich voll im Griff
gehabt. Ich hatte wirklich das ganze Wochenende schlechte
Laune, da ich wusste, ich kann diese Deadline einfach nicht
halten. Egal wie lange ich nachts vorm PC sitze. Es ging ja nicht
nur um meine Homepage. Auch meine Yogastunden möchte ich
einfach sauber und detailliert vorbereiten. Das ist mir eine
absolute Herzensangelegenheit. Dann musste ich noch Flyer
bestellen, mich um mein Herbst Yoga Special am 27.10.2019
kümmern… kurzum meine –von Anfang an – zu umfangreiche To
Do Liste hat mir mehr Frust gebracht als dass sie hilfreich für
mich war.
Am Sonntagabend hab ich mich dann mit einer Tasse Ingwer-
Tee hingesetzt und bin mal in mich gegangen. Mir sind dabei
gleich mehrere Sachen klar geworden. In Zukunft werde ich
meine To Do Liste einfach machbarer gestalten und diese nicht
mehr so vollpacken. Lieber weniger vornehmen für den Tag und
dann einfach glücklich darüber sein, dass man gut was
geschafft hat, als wie wenn ich von 25 Punkten nur 1
wegstreichen kann. Und das Zitat „Walk what you talk!“ … will
so viel heißen wie … „handle auch so wie du es anderen
empfiehlst!“ In meinem Yogaunterricht, besonders im Bereich
Mama & Baby Yoga, sage ich oft zu den Teilnehmerinnen: „lasst
den Perfektionismus in der Ecke stehen, lebe und lache mehr im
Moment! Du musst als Mama nicht immer alles perfekt
schaffen, als Mama hat man gefühlt eh immer 1000 Dinge im
Kopf. Also bürde dir nicht so viel auf und nimm dir Zeit für dich.“
Genau das habe ich mir für die kommende Woche
vorgenommen. Und genau das gleiche wünsche ich dir, wenn
du das hier gerade liest. Pfeif auf die Deadlines – besonders
dann wenn sie nicht lebensentscheidend sind – und lass den
Perfektionismus einfach mal in der Ecke stehen. Das Leben ist
dadurch viel entspannter. Egal wie top der Plan vorher war, den
Frau sich vorher zurecht gelegt hat, oft kommt es einfach doch
anders. Und dann ist es am besten wenn man die Planänderung
mit einem Lächeln annimmt.